Sind Pflanzen intelligent?

Pflanzen entpuppen sich immer mehr als geheimnisvolle Wesen. Sie verfügen offenbar über mehr Eigenschaften, die wir so noch nicht kannten. Sie verfügen tatsächlich über mehr Sinne als wir Menschen, lösen wirkungsvoll Probleme, kommunizieren mit anderen Pflanzen, ja sogar mit anderen Tieren. Kein Wunder, dass immer mehr sagen: Pflanzen sind intelligent!

Das sagt zum Beispiel der Pflanzenforscher Stefano Mancuso, Professor an der Universität Florenz, an der er das Internationale Labor für Pflanzenneurobiologie leitet. Er ist mit seinem Buch die »Intelligenz der Pflanzen« berühmt geworden. Doch er stellt auch ganz klar fest: »Pflanzen besitzen kein Gehirn.«

»Bei Pflanzen gibt es kein Organ, das auch nur im entferntesten einem Gehirn ähneln würde, wie wir es aus der Tierwelt kennen. Doch müssen wir ihnen darum jede Intelligenz absprechen?«

Stefano Mancuso zufolge verfügen sie nicht nur über die fünf Sinne des Menschen, sondern noch über mindestens 15 weitere. Sie sollen mit diesen Sinnen elektromagnetische Felder aufspüren und die Schwerkraft berechnen können, zudem noch chemische Stoffe in Umgebung analysieren.

Kritiker seiner Theorien sagen, dass es sich bei den pflanzlichen Antworten auf Probleme oder strategischen Fragen nicht um Intelligenz handele, sondern um Reaktionen, die eher festgelegten Regelkreisen entspringen.

Mancuso entgegnet darauf: »Automatische Reiz-Reaktions-Schemata könnten den widersprüchlichen Anforderungen, die an die Wurzelspitze gestellt werden, gar nicht gerecht werden. Doch jede Wurzelspitze allein ist schon ein »Datenverarbeitungszentrum« und arbeitet dazu nicht isoliert, sondern in einem Netz aus Millionen anderer Wurzelspitzen, die zur Community des Wurzelwerks gehören.«

Offen ist auch für ihn, wie die Wurzelspitzen zusammenarbeiten. Er glaubt, dass das physische Netzwerk der Wurzeln im Boden offenbar nicht das Entscheidende bei der Zusammenarbeit ist. »Die Signale, mit denen die Wurzelspitzen untereinander kommunizieren, werden aller Wahrscheinlichkeit nicht im Pflanzeninneren weitergeleitet.«

Er bringt das Bild des Ameisenstaates ins Spiel. »Selbst die klugen Ameisen sind schließlich nicht miteinander verbunden, handeln aber dank chemischer Signale absolut koordiniert. Vielleicht verhalten sich Wurzeln ja genauso?«

Mancuso bezeichnet dies alles noch als reine Hypothesen. »Wir sollten daher auch andere Möglichkeiten in Betracht ziehen. Vielleicht reagieren die Wurzelspitzen ja extrem empfindlich auf elektromagnetische Felder, die zwischen benachbarten Wurzeln entstehen, und richten ihr Verhalten danach aus. Oder sie nehmen die Töne wahr, die andere Wurzeln beim Wachsen erzeugen.«

Tatsächlich zeigten italienische Wissenschaftler, daß beim Wachsen von Wurzeln Klickgeräusche entstehen. »Sie entstehen vermutlich beim Zellwachstum«, so schreibt Mancuso, »wenn die Zellwände, die aus robuster Zellulose bestehen, zerreißen.«

Es ist zwar noch nicht gesichert, was da im einzelnen geschieht und ob entfernte Wurzeln tatsächlich in der Lage sind, solche Geräusche wahrzunehmen. Kein Grund für Mancuso, sich von aufblühenden Phantasien abhalten zu lassen: »Obwohl die Klickgeräusche von Pflanzen nicht willentlich erzeugt werden, kann man ihre Bedeutung für die pflanzliche Kommunikation gar nicht überschätzen. Denn wenn Wurzeln sowohl Töne hervorbringen wie hören können, werden auf einmal völlig neue unterirdische Kommunikationswege denkbar.«

Ausführlich werden Ergebnisse von spannenden Forschungsarbeiten in dem brandneuen Wissenschaftsdokumentarfilm  »Pflanzen – geheimnisvolle Netzwerke« gezeigt. ( http://www.wissenschaft-shop.de/themenwelten/geo-wissen-tier-pflanzenwelten/pflanzen-geheimnisvolle-netzwerke-video-dvd.html  )

Philosophen, Wissenschaftler und Pflanzen

»Menschelnde« Gedanken über Pflanzen sind übrigens keineswegs neu. Schon im alten Griechenland kamen Philosophen und Wissenschaftler zur Überzeugung, dass Pflanzen wesentlich raffiniertere Fähigkeiten besitzen, als gemeinhin angenommen wird. So haben das schon Platon und Demokrit bekundet.

Für den alten griechischen Philosophen Aristoteles allerdings waren Pflanzen nicht viel mehr als die Steine oder das Wasser auf dem Erdball. Er teilte Lebewesen danach ein, ob sie eine Seele haben oder eben nicht. Das war bei ihm nicht religiös gemeint, sondern damit meint er eine Bewegung oder eine Empfindung. Immerhin mussten für ihn Pflanzen ein wenig eine Seele haben, konnten sie doch eines für ihn entscheidenden Kriterien erfüllen, nämlich sich zu vermehren.

Aber trotzdem waren Pflanzen für Aristoteles in der Anschauung nicht weit von einem Stein entfernt. Ein Denken, das bis in unsere Zeit prägend ist.

Demokrit dagegen achtete sie deutlich mehr, ja setzte sie sogar fast mit dem Menschen gleich. Für ihn waren zum Beispiel Bäume ähnlich wie Menschen mit dem kleinen Unterschied, dass sie, die Bäume, kopfüber in der Erde stecken.

Doch erst in den vergangenen Jahren gelang es Wissenschaftlern, Pflanzen genauer, als das bisher möglich war, zu untersuchen. Jetzt stehen ihnen vollkommen neue Technologien zur Verfügung.

Schon erscheinen Pflanzen langsam in einem neuen Licht. Forscher erkennen schon ein Lern- und Erinnerungsvermögen bei Pflanzen, bewundern, dass sie sogar Entscheidungen fällen können.

Pflanzen verfügen noch über eine Eigenschaft, die sie von uns Menschen unterscheidet. Wir sehen uns einen ganz normalen Rasen an. Das kennt jeder: Der wird immer wieder gemäht. Doch dann geschieht für uns Selbstverständliches, doch eigentlich ziemlich Erstaunliches: Die Graspflanzen wachsen wieder nach. Dies, obwohl ihnen beim Abschneiden wesentliche Teile gekappt werden. Ausgerechnet jene grünen Anteile, in denen die Photosynthese stattfindet, also ihre wichtigste Reaktion, mit der sich die Pflanze aus Sonnenlicht und Wasser und dem Kohlendioxid der Umgebung ihrer wichtigen Baustoff erholt. Das Mähen macht ihnen nichts, sie wachsen nach.

Zwischen Menschen und Pflanzen gibt es nämlich einen fundamentalen Unterschied.

Der Mensch besitzt zentrale Organe wie zum Beispiel das Gehirn oder Nervensystem sowie die inneren Organe, die Nahrungsaufnahme und Verdauung sicherstellen. Er könnte nicht ohne diese Organe leben.

Ganz anders die Pflanzen: Sie können nicht weglaufen, wenn ein Tier Teile der Pflanze wie die Blätter auffrisst oder der Rasenmäher brutal die Halme abschneidet. Die Pflanze darf nicht gleich daran eingehen. Das bedeutet, dass sie fundamental anders als der Mensch aufgebaut sein muss. Wichtige Körperfunktionen dürfen bei ihnen nicht in eigenen Organen angesiedelt sein, sondern müssen im gesamten Körper verteilt sein. Die Pflanze muss weiter existieren können, auch wenn Teile von ihr zerstört werden. Sie muss also anders strukturiert und anders aufgebaut sein. Wissenschaftler vergleichen schon das Wunderwerk Pflanze in ihrem Aufbau mit dem des Internets. Auch das ist bekanntlich nicht zentral strukturiert, sondern besteht aus vielen einzelnen Teilen, die auch jeder für sich überlebensfähig sind.

Autor: Holger Douglas

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