Halbzeit der Sonne

Jedes Jahr ab Mitte Juni dieselben Anstrengungen: Stroh, Holz, Maschendraht und viele Stunden Arbeit – die gehen für ein regelmäßig wiederkehrendes Ereignis drauf: Viele Menschen vor allem im nördlichen Europa bauen hohe Scheiterhaufen und überdimensionale Feuerräder und -kugeln. Kräftig werden sie mit Stroh ausgestopft, damit sie auch gut brennen, wenn sie am längsten Tag des Jahres Wiesen und Abhänge hinunterrollen.

Noch weiter im Norden, in Skandinavien feiern die Menschen mit ausgelassenen Festen die hellen, »weißen« Nächte.

Die Sommersonnenwende: Die Sonne hat den nördlichsten Punkt erreicht. Der Sommer beginnt. Am 21. Juni sind in unserer Region die Tage am längsten. Am nördlichen Polarkreis geht jetzt die Sonne auch nachts nicht mehr unter. Das geht noch eine Weile so weiter, denn erst ganz langsam werden die Tage wieder ein paar Minuten kürzer.

Ein Ereignis, das schon die alten Germanen und Kelten mit Feuer und viel Met feierten. Die Kirche bekämpfte ursprünglich heftig diesen Kult. Sie musste aber einlenken, als sie sah, dass sie gegen diese „heidnischen“ Gebräuche machtlos war. Daher legte sie bereits in frühchristlicher Zeit schnell das Geburtsfest Johannes’ des Täufers auf den Tag der Sommersonnenwende. Seitdem wird das Johannisfest oder der Johannistag am 24. Juni abgehalten. Die Kirche hat dazu einen Teil der alten Riten übernommen; auf meist hoch gelegenen Plätzen wird dabei ein Holzstoß angezündet.

Und heute feiert man überall wieder diesen Brauch – allerdings unter den aufmerksamen Augen der Feuerwehr, die für den Brandschutz sorgt.

Bereits in „grauen“ Vorzeiten haben die Menschen die zentrale Rolle der Sonne für alles Leben auf der Erde erkannt und sie bei den entsprechenden Festen fast kultisch verehrt. Sehr früh registrierten die Menschen auch den erstaunlich regelmäßigen Gang der Sonne und Gestirne, wussten um Sonnenwenden, Tagundnachtgleichen aber auch um Sonnenfinsternisse, die schon die alten Babylonier dokumentierten.

Frühe chinesische Astronomen entdeckten Flecken auf der so makellos hellen Sonne. Der italienische Universalgelehrte Galileo Galilei beobachtete die Flecken mit einem Teleskop. Heute rücken wir der Sonne mit raffiniert gebauten Sonden wie Ulysses und SOHO zuleibe, die sogar in das Innere des Gasballons schauen können und Beben in der Sonne messen.

Denn dieser gewaltige Gasball vibriert und schwingt. Die einzelnen Schichten tief im Inneren der Sonne beeinflussen die Oszillationen. Diese Schwingungen messen die Wissenschaftler. Ähnlich wie bei Erdbeben lassen sich daraus Rückschlüsse auf den Aufbau ziehen.

Noch ist den Wissenschaftlichern nicht der genaue Blick in das Innere der Sonne gelungen. Aber immerhin haben sie eine ungewöhnliche Eigenschaft erkannt: Die verschiedenen Partien der Sonne drehen sich unterschiedlich schnell. Sie nennen das die sogenannte „differenzierte Rotation“. Diese unterschiedlich schnell drehenden Massen erzeugen wohl auch das Magnetfeld und die Energie der Sonne.

Ab und zu wird die Sonne auch löchrig wie ein Schweizer Käse: Dann strömt Masse aus der Sonne heraus; gewaltige Schwaden, „Flares“ genannt, schießen in den Weltraum, energiegeladene Teilchen, von denen ein Teil auch die Erde trifft. Dann sehen wir Polarlichter, im heftigeren Fällen kann es zu Funkstörungen kommen.

In jüngster Zeit weisen Forscher enge Zusammenhänge zwischen der Entwicklung auf der Sonne und dem Klima auf der Erde nach. Die gehen nur in der gegenwärtigen Klimakatastrophenhysterie unter. Denn die Sonne strahlt längst nicht gleichmäßig, sondern die Strahlung schwankt erheblich. Seit ungefähr 60 Jahren befindet sie sich in einem Zustand ungewöhnlich hoher Aktivität. In einem solchen Zustand war sie, soweit wir wissen, zwischen 1100 und 1250 ebenfalls. Damals herrschte eine Warmzeit auf der Erde; die Wikinger lebten in blühenden Landschaften dort, wo es heute äußerst unwirtlich ist: auf Grönland.

Die Sonne – ein kochender, brodelnder Gasball mit vielen Eruptionen. Der dafür sorgt, dass Leben auf der Erde existieren kann. Kein Wunder, wenn schon Menschen vor Urzeiten diesen geheimnisvollen Himmelskörper verehrten. Ein wenig noch bis heute in das scheinbar aufgeklärte Zeitalter, wie die mystische Bedeutung der Sonnenwendtage zeigen.

Der aus dem Fachbereich Wissenschaft und Technik bekannte Journalist Holger Douglas ist Autor dieses Beitrags.

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